Abendandacht Nr. 20


Guten Abend,

die Stimmen mehren sich auch in unserem Land, die das Vorgehen der Regierung als „unerhört“ und „demokratiefeindlich“ bezeichnen. In solch einer globalen Krise, wie wir sie jetzt gerade erleben, gibt es keine Erfahrungswerte und Fahrpläne. Politiker, Ärzte und Wirtschaftsfachleute betreten Neuland. Sicher wird Vieles erst im Nachhinein deutlich werden. Was war tatsächlich gerechtfertigt und was war „überzogen“ an der Vorgehensweise.

Unerhört erleben manche in dieser Krisenzeit ihre Gebete.

  • „Herr, warum greifst du nicht ein?“
  • „Warum dauert das alles so lang?“
  • „Gott, warum ist diese Coronakrise überhaupt gekommen?“

Heute ist der Todestag von Albrecht Dürer. Er erschuf 1508 eines der berühmtesten Bilder des Mittelalters: „Die betenden Hände“. Albrecht Dürer, dem durch die Schriften Martin Luthers "aus tiefen Ängsten herausgeholfen worden war", war ein Beter.

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  • Aber lohnt es sich wirklich zu beten?
  • Lohnt es sich, einen unsichtbaren Gott anzurufen?  
  • Wohin gelangen meine Worte?

Die Ernsthaftigkeit meines Betens ist wichtig. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich am 14. September 1985 meinen schweren Autounfall hatte. In einer engen S-Kurve, in einer Waldstraße, schnitt ein entgegenkommendes Auto die Fahrbahn. Ich musste blitzartig entscheiden, was ich tun soll. Instinktiv zog ich den Wagen nach rechts, um dem entgegenkommenden Auto auszuweichen. Der Ford Taunus meines Vaters, den ich fuhr, überschlug sich einmal und blieb dann auf den Rädern stehen. Ich stieg unverletzt aus und trampte nach Hause. Ein Bekannter von mir besaß einen MB Truck mit Seilwinde. Er zog den Wagen dann aus dem Wald. Ein sechzig Zentimeter Baumstumpf mit noch frischen Sägespänen darauf befand sich unter dem Auto. Ich hätte an diesem Samstag sterben können, wenn nicht ein freundlicher Waldarbeiter diesen Baum gefällt hätte. Am Abend dieses Tages betete ich zum allerersten Mal wirklich in meinem Leben. „Herr Jesus, ich weiß nicht, ob es dich wirklich gibt, aber ich bitte dich, dass du dich mir zeigst, ich will dir vertrauen!“ Das war mein erstes Gebet.

Ihr werdet mich suchen und werdet mich finden. Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen, verspricht Gott dem Propheten Jeremia (Jer,29,13.14)

Ich bin heute fest davon überzeugt, dass Jesus wirklich da ist. Es braucht echtes Vertrauen, dass Gott „auf Seine Weise“ mein Beten beantwortet. Nicht immer bekomme ich, worum ich bitte. Weil Gott ein mich liebender Vater ist, weiß ER am allerbesten, was gut für mich ist und was nicht! Meine Sicht ist da manchmal sehr begrenzt. Oder ER antwortet anders, als ich es mir erhofft habe.

Manche Dinge dauern. Gottes Zeitplan und meiner stimmen nicht überein. Für manche Sache muss ich lange beten. Täglich über Wochen, Monate, manchmal auch Jahre.

Aber auf manche Gebete bekomme ich auch keine Antwort, oder erkenne sie auf jeden Fall nicht. Die wird mir Jesus einmal in der Ewigkeit erklären.

Unerhört – dass gibt es nicht bei Gott. ER hört. Nehme ich Sein Reden in mein Leben hinein überhaupt wahr? Es braucht Ruhe. Stille Zeiten. Schweigende Momente um ins Staunen zu kommen, wenn ER dann zu reden beginnt.

Das ist glaube ich die größte Chance dieser Coronakrise. Weil die Rahmenbedingungen sich in meinem Alltag geändert haben, die Gelegenheit zur Stille jetzt einzutrainieren. „Herr, ich suche dich!“

Möglicherweise ist diese ganze Krise ein wunderbares Geschenk unseres liebenden Gottes - zur Besinnung – ins Gespräch mit IHM zu kommen. Endlich etwas von den guten Absichten Gottes für dein und mein Leben zu erkennen. Im Hamsterrad des Alltags und in der Routine des Immergleichen wäre dafür ja gar kein Raum gewesen.

Übrigens: Mein erstes Gebet hat Jesus auf überwältigende Weise beantwortet. Ich schlug ein kleines Neues Testament auf und las: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Überfluss haben.“ Jesus schenkte mir ein Leben mit Sinn und Zukunft.

Versuch es doch auch mal, oder mal wieder. Am kommenden Mittwoch, 8.April um 17 Uhr startet eine Gebetsinitiative in Deutschland. Mehr Infos gibt es unter https://deutschlandbetetgemeinsam.de.

Am Ostersonntag wird es um 10.10 Uhr einen Auferstehungsgottesdienst auf Youtube geben. Nähere Infos folgen.

Einen erwartungsvollen Abend,  


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