Abendandacht Nr. 45


Guten Abend,

es war für mich eine neue und herausfordernde Erfahrung, als wir mit den Pfadfindern einen Pizzaofen aus Lehm gebaut haben. Lehm, diese weiche, geschmeidige Mischung aus Sand, Schluff und Ton ist genial. Sie ist wunderbar form- und veränderbar, bis sie hart wird. Schon seit Jahrtausenden wird dieses Material darum in der ganzen Welt genutzt. Teller, Tassen, Vasen und Krüge werden u.a. daraus hergestellt.

Bild "Abendandachten:Toepfer.jpg"

Im Buch Jeremia beschreibt sich Gott als Töpfer. ER ist es, der Sein Volk nicht nur berufen, beschützt und versorgt hat. Gott ist als Töpfer am Werk. ER selbst legt Hand an, um jeden Einzelnen zu verändern. Das ist bis heute so geblieben. An jedem Menschen, ob er sich das eingesteht oder nicht, arbeitet Gott. Auch an dir und mir legt ER Hand an.

Jeremia beschreibt, als er in die Töpferwerkstatt kommt (Jeremia 17,1 – 7), wie er den Töpfer bei seiner Arbeit sieht. Der Ton liegt auf der Töpferscheibe. Aus dem Klumpen Lehm wird durch die Handhaltung des Töpfers und die Geschwindigkeit der Drehscheibe langsam das Gefäß, das sich der Werkmeister erdacht hat. Das geschieht nichts durch Zufall. Jede einzelne Kleinigkeit ist geplant. Alles geschieht, damit das Werkstück nachher nützlich, schön und langlebig wird.

Gerade in der Corona-Krise, die wir durchleben, Gottes Handarbeit an mir zu entdecken, ist spannend.

Meine „Selbstverständlichkeiten“ zu hinterfragen,

mir auch wieder einmal meine Endlichkeit bewusst zu werden,

meine Selbstbezogen verdeutlicht zu bekommen und

meinen persönlichen Erwartungshorizont neu klären zu müssen. Spannend.

In allem weiß ich, ich bin in Gottes guter Hand. Die Umstände und Gegebenheiten um mich herum, sind kein Zufall.

Sie sind die Scheibe, die der Meister benutzt, um mich zu verändern. Ich werde dadurch verändert, dass ER mich in diese Zeit hineingestellt hat.

Kannst du glauben, dass Jesus etwas „Schönes“ aus diesen Lebensumständen erwachsen lassen will?

Lehm, in der Hand des Meistermachers. ER benutzt auch die Gegebenheiten in meinem Umfeld dazu, zu seinem Meisterstück zu werden.

ER will mich mehr und mehr in Sein Ebenbild verwandeln. ER möchte mich IHM immer ähnlicher machen. Das ist nicht immer einfach und angenehm, aber heilsam.

Da müssen manche Kanten gebrochen und Ecken gerundet werden.

Sich ganz bewusst in die gütigen Hände Jesu zu begeben, der mein Leben schon von Ewigkeit her, gesehen hat.

Mich Seinem Wirken und Umgestalten auszusetzen, damit ich nützlich, angenehm und segensreich sein kann.

Nimm dir doch diesen Abend eine Stunde Zeit, um mit deinem Lebensdesigner über deine Planungen, Fragen und Wünsche zu sprechen und höre, was ER möchte.

Hör hin, wenn dir dein Lebensentwickler, seinen Traumentwurf von dir präsentiert. Schließlich sollen wir doch zu dem/der werden, der/die ER sich, mit mir, erdacht hat.


Einen besinnlichen Abend,


Bild "Abendandachten:lrappus.JPG"