Abendandacht Nr. 49


Guten Abend,

schon seit meiner frühen Kindheit faszinieren mich Magnete. Ich hatte, so erinnere ich mich dunkel, ein Spiel, mit dem ich Wissensfragen – Tiere, Farben, Geräusche und Märchen - per Magnet zuordnen konnte. Obwohl später Physik nicht zu meinen Lieblingsfächern gehörte, ist der Magnetismus für mich eine wunderbare Sache geblieben.

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Die unterschiedlichen Kernladungen der Elektronen ziehen einander an – gleich geladene stoßen sich ab. Als ich mit 19 Jahren durch einen schweren Autounfall Christ wurde, ist mir das immer wieder zum Gleichnis und zum Trost geworden.

Ich darf zu Jesus gehören, obwohl ich so ganz anders, wie ER, bin.

Es ist ein unverdientes Geschenk, dass mich Seine Liebe in Seine Nähe zieht.

Ich kann mir das nicht verdienen.

Ich kann mir das nicht erarbeiten.

Ich kann mir das nur schenken lassen und dankbar annehmen.

Jesus verdeutlicht das einmal in einer Vergleichsgeschichte:

Dann wandte sich Jesus einigen Leuten zu, die voller Selbstvertrauen meinten, in Gottes Augen untadelig dazustehen, und deshalb für alle anderen nur Verachtung übrig hatten. Er erzählte ihnen folgende Geschichte: „Zwei Männer gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, ein Pharisäer und ein Zolleinnehmer. Der Pharisäer stellte sich vorne hin und betete leise bei sich: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen, alle diese Räuber, Betrüger und Ehebrecher, oder auch wie dieser Zolleinnehmer hier! Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe dir den vorgeschriebenen zehnten Teil sogar noch von dem, was ich bei anderen einkaufe!“ Der Zolleinnehmer aber stand ganz hinten und getraute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken. Er schlug sich Schuld bewusst an die Brust und sagte: „Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!“ Jesus schloss: „Ich sage euch, der Zolleinnehmer ging aus dem Tempel in sein Haus hinunter als einer, den Gott für gerecht erklärt hatte – ganz im Unterschied zu dem Pharisäer. Denn alle, die sich selbst großmachen, werden von Gott gedemütigt, und alle, die sich selbst geringachten, werden von ihm zu Ehren gebracht.“

Diese Geschichte ist unheimlich entlastend für mich. Ich brauch mich vor Gott und Menschen nicht besser hinstellen, als ich bin. ER durchschaut mein ganzes „frommes Theater“, mit dem ich vielleicht Menschen beeindrucken kann.

Ich darf mich mit aller meiner Schuld, meiner Verfehlung und meiner Unvollkommenheit jeden Tag neu an Jesus wenden. In dieser Welt werde ich selbst niemals fehlerlos sein. Aber Seine Vergebung ist jeden Augenblick da.

Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich, dass, als Gott den Magnetismus schuf, ER das schon irgendwie im Hintergedanken hatte.

Dass ER besonders die in Seine Nähe zieht, die so eine negative Ladung in ihrem Herzen wahrnehmen. Dass die, die so gar nicht zu IHM passen und sich mit ihrer negativen Ladung an IHN wenden, an Sein Herz gezogen werden.


Einen entspannten Abend


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