Abendandacht Nr. 52


Guten Abend,

mit etwa 10 Jahren war ich zum ersten Mal bei einem Stock Car Rennen. In der Böblinger Panzerkaserne gab es eine Rennbahn, auf der jedes Wochenende im Sommer die Rennen stattfanden. Was echt cool war, dass der damalige Freund meiner Cousine dort der Topfahrer in der PS-stärksten Klasse war. So kamen wir damals nicht nur umsonst rein, sondern durften auch „hinter die Kulissen“ des Rennstalls schauen. Das war für mich Pimpf ein unvergessliches Erlebnis.

Klasse, wer wünscht sich das nicht von Zeit zu Zeit, so einen „Türöffner“. Egal, ob es um ein Konzert, eine Untersuchung, ein Fußballspiel oder sonst ein wichtiges Event oder eine berufliche Herausforderung geht.

So ein „Opener“ macht möglich, was man selbst nicht hinbekommen hätte. Einfach weil er die entscheidenden Beziehungen, den einflussreichen Job oder andere besondere Fähigkeiten hat, gehen Türen auf und ergeben sich Chancen, die meine Vorstellungskraft und meine kühnsten Träume übertreffen.

Gestern war Feiertag – Christi Himmelfahrt. Einer der meist verkannten Feiertage der Christenheit. Vielleicht deshalb wird er bei den Meisten nur noch „Vatertag“ genannt. Mit der Himmelfahrt Jesu kann doch kaum mehr einer etwas anfangen.

Ich bin echt traurig darüber, dass dieser Feiertag auch in meinem eigenen Leben bisher so „unterbelichtet“ war. Ja, Passions- und Osterzeit, damit kann ich noch was anfangen, das macht Sinn und ist verständlich. Jesus stirbt an meiner Stelle für alle Schuld, für allen Mist und meine totale Unfähigkeit, ein Leben zu führen, wie der heilige Gott es erwartet und sich vorstellt.

Die Himmelfahrt Jesu setzt allem die Krone auf. Vielmehr wird Jesus dadurch die Krone aufgesetzt. ER kehrt nach seiner „Erdmission“ wieder auf den Himmelsthron zurück. ER regiert wieder die himmlischen Heerscharen, die damals Seine irdische Geburt besangen und umrahmten. Die Cherubim und Seraphinen loben und anbeten ihn mit einem „heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, allen Enden der Erde sind voll deines Lobes!“ Der Triumphator über Hölle, Tod und Teufel ist in das Machtzentrum Seines ewigen Reiches zurückgekehrt und thront erhaben und unanfechtbar über dieser vergehenden Welt.

Bild "Abendandachten:Koenig.jpg"

Das ist die eine – die majestätische Seite dieses Geschehens. Die andere ist die des Hohepriesters. Jesus ist der, der für Sein Volk vor Gott bittet und als Vermittler zwischen dem ewigen und vollkommenen Gott und mir steht.

Jesus ist der Oberste Priester, den wir brauchen: Er ist heilig, an ihm ist nichts Verwerfliches, er hat keinen Fehler. Er ist ganz anders als wir sündigen Menschen und wurde über alle Himmel erhoben.

Er muss nicht wie die Obersten Priester vor ihm täglich zuerst für die eigenen Sünden und dann für die des Volkes opfern. Er sühnte die Sünden aller ein für alle Mal, als er sich selbst zum Opfer brachte.
Hebräerbrief 7,26.27

So ist Jesus also nun als der Triumphierende auch der für mich Bittende. ER ist mein Anwalt, der mich vor Gott vertritt und bei all meiner immer wieder stattfindenden Schuld, auf Sein für mich gebrachtes Lebensopfer verweist. Jesus ist der, der meine Gebete in rechter Weise Gott präsentiert und durch den ich den „Türöffner“ für meine Beichte, Reue und Wünsche bei Gott habe. Gleichzeitig ist ER der, der mir Kraft, Mut und Gelassenheit für mein alltägliches Leben schenkt.

ER bewahrt mich vor Verführung, spricht zu mir, wenn ich auf Abwege geraten bin und birgt mich durch Seine treue Liebe jeden Augenblick.

Darum ist Himmelfahrt DER Grund zur Anbetung, zum Dank und zur Freude. Himmelfahrt Jesu – die Engel und ich ticken synchron.

Was jetzt in unvorstellbarer Herrlichkeit bereits Wirklichkeit ist, will auch mein überschaubares und unvollkommenes Leben kennzeichnen – Gottes Lob.

In diesem Sinne einen „erhebenden“ Abend.


Bild "Abendandachten:lrappus.JPG"