Abendandacht Nr. 53


Guten Abend,

als Jesus nach Kapernaum hineinkam, wartete dort bereits ein römischer Hauptmann, der ihn bat, seinen Knecht gesund zu machen.
Dieser Zenturio ist aufgebrochen wegen seines Knechtes. Was mich stutzig macht: Am helllichten Tag ist er bittend zu Jesus gelaufen, höchst wahrscheinlich hat er sogar einige Zeit warten müssen, bis Jesus kam. Einer, der nicht gleichgültig an der Not des Andern vorbeigegangen ist nach dem Motto „Hauptsache mir geht es gut!“

Was mich an dieser Geschichte so fasziniert ist, dass dieser einflussreiche Mann mit leeren Händen zu Jesus kommt.

Sicher wusste er genau, wie es in der Welt zugeht. Wenn du etwas willst, musst du erst mal etwas geben und dann kannst du mit deiner Bitte kommen. Der Hauptmann wusste um seine Machtlosigkeit. Er wusste, dass er letztlich vor Jesus nichts zu bringen hatte.

Das ist das Besondere an Jesus, dass man mit leeren Händen zu IHM kommen darf.

Du brauchst bei IHM nichts vorweisen, weil du nämlich nichts vorzuweisen hast, was Jesus dazu bewegen müsste, dir zu helfen.

Der Oberfeldwebel des römischen Heeres, der hat das ganz anders gemacht. Deshalb hat Jesus seinen Glauben auch öffentlich als gutes Vorbild hingestellt. Ohne Umschweife sagt er Jesus, wie es gerade bei ihm daheim aussieht und zeigt damit, dass er dringend Hilfe braucht. Er legt die Karten auf den Tisch. Jesus ist auf jeden Fall der kompetente Ansprechpartner für alle deine Nöte, Probleme und Sorgen.

Das ist gerade das Geniale, dass du Jesus sagen kannst, was dich so fertigmacht. Du kannst bei Jesus echt sein und Ihm sagen, was dich umtreibt und beschäftigt.

Jesus spricht zu ihm: „Ich will kommen und ihn heilen!“

Dieser Hauptmann wusste, dass es Juden verboten war, mit Heiden in einem Haus zusammen zu sein. Jesus hätte in der Öffentlichkeit Probleme bekommen. Diese ehemalige Heide hatte so großes Vertrauen und eine so tiefe Demut Jesus und seiner Macht gegenüber, dass er sagen konnte:

Herr, ich bin es nicht wert, dass du in mein Haus kommst, aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Knecht gesund.

Er wandte sich darum an Jesus, weil er vertraute, dass Jesus alle Macht in seinen Händen hat – vielleicht wurde ihm das zugetragen. Sein kindlicher Glaube an die Vollmacht Jesu ist grenzenlos und davon können wir eine ganze Menge für unser eigenes Christsein lernen. Dieser alte Haudegen ist einer, der mit einer großen und wachen Erwartung zu Jesus kam:

Denn auch ich bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: „Geh hin!“ und er geht hin. Und wenn ich zu einem anderen sage: „Komm her!“ dann kommt er her. Und wenn ich zu meinem Knecht sage: „Tu dies!“ dann tut er es.

Damit vertraut er, dass Jesus Krankheit und Not gebieten kann und in einer Sekunde sich alles ändert. Er glaubt, dass Jesus Befehlsgewalt hat und alles in dieser Welt unter seiner Kontrolle ist.

Mir sind meine Leute gehorsam, weil ich der Boss bin. Du bist der Chef über alle Gewalten, Mächte und Krankheiten. Es gibt nichts, was über dir steht.

Er sieht in seiner Not nicht nur die Notwendigkeit der Hilfe, sondern in Jesus auch den kiergios, den allmächtigen Herrn. Dieser Titel durfte im römischen Reich eigentlich nur für den Cäsar gebraucht werden, weil es Allherrscher bedeutet.

Dieser hochdekorierte Veteran der Schlachtfelder bricht damit ein Tabu: er betitelt und bekennt Jesus – als König über alle Könige dieser Welt. Der Typ hat den richtigen Blick für die Wirklichkeit.

Aber rede nur ein Wort, das genügt, dann wird mein Knecht geheilt werden.

Wie würde sich dein Leben verändern, wenn du das echt glauben und umsetzen würdest?

  • Wenn du nicht mehr von der Angst um Morgen regiert würdest, noch vom Gerede deiner Mitmenschen.
  • Wenn die Diagnose deines Arztes und die Schwierigkeiten in der Arbeit nicht mehr das Letzte wären, sondern Jesus?

Immer wieder ist das genau aber der springende Punkt im Christsein. Lass ich mich auf die Kraft des Wortes, auf Jesus selbst ein, dann wird mein Kopfglaube zu einem Alltagsglauben. Verlass dich darauf, dass Jesus auch heute noch ganz konkret in dein Leben eingreifen und Dinge verändern kann.

Ich habe Angst, so zu vertrauen. Was ist, wenn mein Gebet nicht erhört wird? Aus Skepsis und weil Jesus Gebete manchmal anders erhört, als ich es mir vorstelle, breche ich nicht mehr auf.

Jesus will nicht nur deine Gebete erhören, er will Beziehung zu dir haben. Er will dein Leben nicht nur reich machen, sondern heil. Auch heute hast du die Chance, zu Jesus zu kommen.

Der Glaube an Jesus ist keine tote Orthodoxie. ER ist der lebendige Herr und wir dürfen Ihm voller Vertrauen alles sagen und alles von IHM erwarten.

Durchs Gebet wird Gottes Arm bewegt, da kommt der Himmel in Bewegung und hier auf Erden bleibt nicht alles beim Alten.

Was trauen wir Jesus eigentlich noch zu? Beten wir im Glauben, dass Jesus uns, unsere Familien, unsere Freunde und unsere Gemeinde verändert?

Wahrlich ich sage euch auch: Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.

Wir sind weitgehend zu "Machern" auch im Christentum verkommen, die die Macht des Gebets vergessen haben. Dabei ist das Gebet der Ort, wo Lasten die Schultern wechseln.

In welchem Gebetsringen steckst du gerade? Die Gebetslosigkeit ist meistens ein sicheres Indiz für eine geistliche Erwartungslosigkeit und Sattheit. Menschen, die Gott was zutrauen, sind immer Beter.

Als Jesus gesagt hatte: „Geh hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast!“ ist er umgedreht und heimgegangen. Äußerlich hatte sich noch gar nichts verändert. Jesus hatte nur zugesagt, dass sich was tut und das hat diesem römischen Elitesoldaten gereicht. Gerade Menschen, die so „jung“ sind im Glauben, haben oft ein so kindliches und im positiven Sinne „herausforderndes Vertrauen“ zu Jesus.

Happy End, so sieht es aus. Nach dem Motto, du brauchst nur richtig glauben, dann bekommst du alles von Jesus?

  • Ich bin ganz sicher, dass ich Jesus um alles bitten darf. Er freut sich, wenn ich IHM was zutraue.
  • Gott ist mir im Wissen um das, was gut für mich ist, eine Ewigkeit voraus.
  • Ich bin mir ganz sicher, dass ER manches Gebet von mir anders beantwortet, als ich das wollte, damit sich sein noch besserer Plan in meinem Leben erfüllt.
  • Manchmal will Jesus uns als Zeugen gebrauchen, dadurch, dass ER uns Kraft gibt, das Leid zu ertragen und durchzugehen.

Jesus macht hier klar, dass Glaube und Vertrauen immer wieder neu gewagt und entfacht werden muss.

Suche dir doch heute jemanden, der mit dir betet, deine Anliegen vor Gott bringt und dich segnet. Glaube an Gottes große Möglichkeiten, auch in deinem Leben.

Es gibt viele gute Zusagen Gottes, auf die hin wir glauben können, die Jesus in unserem Leben wahrmachen will:  

  • ER sorgt sich um mich
  • ER will uns neue Kraft geben
  • ER wird meine Füße auf weiten Raum stellen
  • ER hat noch ein großes Volk in der Stadt

Jesus kann uns nur beschenken, wenn wir mit leeren Händen kommen. Nur so können wir recht empfangen, was er gibt.


Einen gesegneten Abend,


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