Abendandacht Nr. 55


Guten Abend,

ich finde es hochinteressant zu erleben, wie unterschiedlich Menschen mit verschiedenen Lebenssituationen umgehen. Wenn alles so im Fluss ist, sind die Unterschiede kaum zu erkennen. Wenn der emotionale Pegel allerdings in die ein oder andere Richtung auszuschlagen beginnt, wird die Verschiedenheit immer deutlicher. Das gilt für Freud und Leid.

Schon seitdem ich zum ersten Mal die Geschichte von König Joschafat im 2.Chronik 20 las, hat sie mich in ihren Bann gezogen. Ein riesiges feindliches Heer rückt von Südjordanien nach Jerusalem vor. Eine gewaltige Übermacht walzt alles nieder, was ihr in den Weg kommt. Joschaft bläst nicht zur Generalmobilmachung und wird auch nicht hektisch. Er sucht das Angesicht Gottes – er geht ins Gebet. Er lässt überall ein Fasten ausrufen. Diese Not ruft zur Buße. Die Sorge flieht zu DEM, der Hilfe und Schutz ist. Der König klagt Gott sein ganzes Leid. Er bekennt seine begrenzten Möglichkeiten und erwartet Gottes übernatürliches Eingreifen (Vers 13).

Es ist sicherlich nicht immer leicht, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Vor allem wenn ich über lange Zeit dachte, dass ich gut abgesichert und bestens, auf mögliche Schicksalsschläge, vorbereitet bin. Manchmal kommt alles anders.

Spannend, wie Joschafat Gott an Seine gegebenen Zusagen erinnert. Gottes Verheißungen haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Das auch für mein eigenes Beten wieder neu zu entdecken, gibt mir ein tragfähiges Fundament.

In diese hereinbrechende Katastrophe spricht Gott durch seinen Boten Jahasiel das entscheidende Wort: Fürchte dich nicht und seid nicht niedergeschlagen vor dieser großen Menge. Denn der Kampf ist nicht eure Sache, sondern Gottes! Mitten in der Zukunftsangst, den lähmenden Sorgen, der Not, die einem den Hals zuschnürt, das Gedankenkarussell, das sich wie wild dreht diese Worte ernst zu nehmen: „Fürchte dich nicht und sei nicht niedergeschlagen!“

Gott befiehlt Joschafat eine absurde Schlachtaufstellung. Anstatt die stärksten und erfahrensten Kämpfer an die Front zu stellen, soll das Lobpreisteam die Kampfformation anführen. Mit Harfen, Hörnern und Tamburin gegen Speere, Schwerter und Pfeile.

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Vielleicht liegt ja gerade darin die Kraft des Glaubens – Gott wird für mich streiten. Ich will ihn schon im Vorab loben und anbeten, dass ER mich nicht untergehen und scheitern lässt. Auch wenn das menschlich möglicherweise schwer verständlich ist, ist das geistlich aber genau das, was ER möchte.

Gott hat sich als der HERR der Krise bestätigt. Damals bei Joschafat und ER will dir heute auch durch Jesus Seine Macht und Stärke zeigen. Jesus zu vertrauen, ist ein Wagnis. Ich möchte es immer mehr lernen: „Aber auf dein Wort hin, will ich …!“ auch wenn es menschlich manchmal sehr unlogisch aussieht.

Ich will Jesus heute schon danken, dass er jeder kommenden Herausforderung, jeder Schwierigkeit und jedem Problem gewachsen ist. Vielleicht hat dir diese Geschichte aus 2. Chronik 20 ja auch noch manch Anderes zu sagen.


Einen besinnlichen und erfüllten Abend,  


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