Abendandacht Nr. 11


Guten Abend,

eine Zecke, so las ich, hat ein Sichtfeld von einem Meter. Alles was außerhalb davon liegt, ist für sie nicht zu erfassen. Wir sehen, je nach Alter und Lichtverhältnissen, die Gesichtszüge eines anderen Menschen etwa 40 m weit. Aber auch unsere menschliche Wahrnehmung ist begrenzt. Wir sehen, was vor Augen ist. In Sekundenbruchteilen bilden wir daraus „unsere Wirklichkeit“, auf die wir reagieren.

Im zweiten Buch der Könige wird eine sehr ermutigende Geschichte erzählt. Die Könige von Aram und Israel hatten Stress miteinander. Jedes Mal als der aramäische König den israelischen König mit seinem Heer überfallen wollte, war dieser nicht da, wo er ihn vermutete. So folgerte der aramäische König, dass es einen Verräter in seinem Beraterstab gab, der den israelischen König heimlich die Angriffspläne verriet.

Nein, es gibt bei dir im Beraterstab keinen Verräter, der Prophet Elisa hat von Gott die Fähigkeit bekommen, den israelischen König zu warnen, sagten seine Vertrauten. So wurde ein Überfall auf Dotan geplant, die Stadt, in der Elisa sich damals aufhielt. Bei Nacht und Nebel zog ein riesiges Heer vor die Stadt und umstellte sie. Als früh am Morgen der Angestellte des Propheten Elisa aufstand, geriet er in Panik. Er war total erschüttert und verängstigt. „Was sollen wir denn jetzt machen?“

Eine Frage, die sich angesichts der Coronakrise auch viele stellen. Was ist jetzt richtig? Was ist dran? Wo gibt es denn endlich einen gangbaren Ausweg? Wie kommt man am besten mit heiler Haut aus dieser prekären Situation heraus?

Elisa sagte: „Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die mit uns kämpfen, als die, die gegen uns kämpfen!“ Aber in der Stadt waren nur eine Hand voll Männer, gegen zigtausende Angreifer. Ein echter Witz, oder? Elisa betete weiter: „Herr, öffne doch bitte seine Augen, dass er sieht!“ Die geistliche Sicht auf diese Situation. Die Möglichkeiten, die der allmächtigen Gottes hat. Da öffnete der HERR die Augen des Angestellten und er sah. Und siehe, der Berg war voll feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum.

Angst entsteht, wo ich in der Enge bin und keinen Ausweg weiß. Die Krise, in der die Welt geraten ist, war für keinen zu Beginn diesen Jahres ersichtlich. Jetzt stecken wir drin und versuchen uns und unsere Umwelt da so gut als möglich hindurch zu manövrieren. Es ist immer wieder meine Bitte, wenn ich die ganzen Eindrücke höre und schrecklichen Bilder anschaue, die aus Italien, Spanien oder den USA zu uns kommen: „Herr, lass mich deine Macht sehen und dir vertrauen! Bring du mein Herz zur Ruhe und schenke mir weiter tiefes Vertrauen in deine unbegrenzte Hilfe und deinen Schutz! Lass mich heute ein Licht der Hoffnung sein! Lass mich gelassen sein, weil ich um deine Allmacht weiß!“


Euer

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