Abendandacht Nr. 14


Guten Abend,

Bild "Abendandachten:Henne.jpg"bei herrlicher Frühlingssonne war ich heute mit Christine spazieren. Auf einen Bauernhof kaufte ich einen Pack Eier, von glücklichen Hühnern. Ein Foto zeigte das Freilaufterrain der Hennen. Auf dem Heimweg kamen wir an dem Hühnerfreigehege vorbei. Da ging es hoch her. Etwa 20 bis 30 Hennen teilten sich dieses großzügig eingezäunte Wiesenstück. Glückliche Hühner, dachte ich mir. Für sie wird bestens gesorgt.

·       Leckeres Essen und frisches Wasser,

·       Schutz vor Feinden durch eine starke Umzäunung und

·       ein mobiles Hühnerhaus in dem es weder zieht noch kalt wird.

Mich erinnerte diese „Hühnerbegegnung“ an die Aussage Jesu, kurz vor seinem Leidensweg ans Kreuz. Er blickte vom Ölberg (Tränenkapelle), auf Jerusalem: „Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, so wie die Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt! Doch ihr habt nicht gewollt!“  

Gerade in hereinbrechenden Krisen ist ein verlässlicher Partner wichtig.

Gerade in herausfordernden Zeiten ist sicherer Schutz tröstlich.

Gerade in unüberschaubaren Notlagen ist ein sicheres Nest ermutigend.

Mich erstaunt bei der Einladung Jesu die Reaktion der jerusalemer Bürger. Obwohl er ihnen Sein Herz voller Liebe schenken will, zeigen Sie ihm nur die kalte Schulter.

Wenn die Coronakrise überwunden sein wird, und wir die wirtschaftlichen Folgen einigermaßen unter den Füßen haben, welchen Stellenwert wird Jesus, sein Wort – die Bibel und die Einladung zur Jesusnachfolge für dich haben?

Wird es so sein wie 1989? Als zuerst Hunderttausende zum Friedensgebet in den Kirchen zusammenkamen und es nach der friedlichen Wiedervereinigung nur noch um materielle Vorteile ging. Glaube, Dank, Gebet, Jesus – nicht mehr nötig! Das hat ausgedient.

Wird diese Krise dein Leben, deinen Glauben, deine Jesusbeziehung nachhaltig verändern oder ist ER eben doch nur ein Trostpflaster für Katastrophenfälle?

Es ist sehr befreiend, wenn man sich in so einer Ausnahmesituation, wie wir sie jetzt seit zwei Wochen erleben, eingestehen kann: „Jesus, ich möchte in deiner Nähe bleiben. Nicht nur, wenn es mir schlecht geht, sondern gerade auch dann, wenn ich meine, dass ich es auch alleine schaffe! Denn gerade dann bin ich am gefährdetsten, das große Geschenk des Glaubens, das Jesus anbietet, zu verpassen.“

Wer jetzt nicht beten kann,
muss grübeln und sich sorgen.
Wer jetzt keine Gottesfurcht kennt,
muss Angst vor dem Tod haben und sich vor dem Todbringenden fürchten.
Wer jetzt nicht auf die gute Nachricht hört,
muss sich von den meist schlechten Nachrichten der Medien bestimmen lassen.
Wer jetzt nicht vom Glauben getragen wird,
muss sich von den Meinungen der Menschen hin- und herreißen lassen.
Wer sich jetzt nicht an den Verheißungen Gottes orientiert,  
muss allein auf die Prognosen der Experten setzen.
Wer jetzt nicht auf das ewige Leben im Reich Gottes hofft,
muss allein auf die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen hoffen.  

(Dietmar Kamlah)

Der Glaube, der sich in Notzeiten als tragfähig erwiesen hat, soll in Frohzeiten nicht vergessen werden.

Herzlichst,

Bild "Abendandachten:lrappus.JPG"