Abendandacht Nr. 29


Guten Abend,

von 1998 bis 2004 lebten wir in Myjava, einer Kleinstadt im Nordwesten der Slowakei. Durch unsere Arbeit als Missionare war es für uns äußerst wichtig, schnell und gut die schwere Sprache zu lernen. Wir wollten uns mit den Menschen verständigen können. Unsere zwei Kinder waren sehr viel schneller im Slowakisch zuhause, als wir.

Morgens, wenn ich unsere Tochter Tabitha in den Kindergarten brachte, man jemandem im Treppenhaus begegnete oder Bekannte in der Stadt traf, immer grüsste man sich mit „Ahoj“. Vom Balkon aus jodelte es Tabitha allen zu, die an unserem Haus vorbeiliefen –„ahoj“.

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„Ahoj“ ist die Kurzfassung von „Ad honoradem Jesusorum“ und bedeutet „zur Ehre Jesu“. Das sagen bei uns in Deutschland nur die Seeleute, aber in der Slowakei ist das Standard.

Was für ein Zuruf, was für eine großartige Lebensausrichtung. „Zur Ehre Gottes“ sind wir geschaffen. Seine Liebe und Güte soll durch unser Leben Gestalt gewinnen.

Dein Reden und Denken hat eine Mitte und ein Ziel - Jesus soll durch dein Leben groß rauskommen. Im besten Sinne des Wortes „ER mittelt“ dich. ER – Jesus, gibt dir die Mitte. ER hat dich gemacht. ER hat dich begabt. ER schenkt deinem Leben einen unverbrüchlichen Wert. ER hat „heilsame Worte“ – Worte, die die Beziehung zu dir, deinem Nächsten und zu IHM positiv verändern. Jesus gibt mir eine Mitte - ER mittelt mich - und gibt meinem Leben damit ein tragfähiges Zentrum.

Damit hat das „Ahoj“, schon etwas Ewiges an sich. Einmal wird sich jedes Knie vor Jesus beugen. Einmal wird für alle deutlich sein, wo die Fäden der Weltgeschichte schon immer zusammengelaufen sind.

Weil Jesus allein die Ehre gehört, soll das schon jetzt die großen und kleinen Entscheidungen deines und meines Lebens bestimmen und die tragende Mitte sein.

Das Kreisen um mich selbst, mir – meiner – mich, nimmt mir diesen göttlichen Horizont. Wo ich diese Perspektive, auf IHN, verloren habe, drehe ich mich auch in meinen Sorgen und Nöten ständig nur um mich. Wie ein Kreisel ziehe ich meine Bahn durch den Alltag, und bleibe allein mit meinen Problemen und meinem Brummen.

König David bekannte vor über 3000 Jahren: „Aber du, Herr, bist meine Ehre und hebst meinen Blick empor!“ Wo ich im Vertrauen auf Jesus wieder anfange mit Gott ins Gespräch zu kommen, da finde ich meine Berufung, zu der ich geschaffen bin.

Denn Gott hat mein Leben zur Gemeinschaft mit IHM bestimmt. Darum können sie wirklich bleibende Freude und Freiheit erleben, wo sie sich an Jesus wenden und ihr Leben auf IHN ausrichten. So wirst auch du ein Mensch, der zur Ehre Jesu lebt.

Dieses Ahoj ist mir zum Lebensmotto geworden und das wünsche ich auch dir.

Ahoj, pekný večer - einen schönen Abend,


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