Abendandacht Nr. 35


Guten Abend,

Wer bei dem starken Wind der vergangenen Tage mal ein Staubkorn ins Auge bekommen hat, erinnert sich, wie sensibel es darauf reagiert hat. Tränen, Blinzeln und Reiben waren die Folge, bis der Fremdkörper wieder entfernt war.

Da das Auge unser wichtigstes Sinnesorgan ist, wird es auch am besten geschützt. Ein knöcherner Panzer umgibt es von drei Seiten. Von vorne passen die Augenlider mit Schnellfunktionszeit darauf auf, dass das Auge vor Gefahr sicher ist. Ein ausgeklügeltes System von Nährstoffversorgung, Kühlung und Befeuchtung tun ihr übriges, damit es lebenslang gute Bilder liefern kann.

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Mit intensiver Sorgfalt achtete Gott, von der Berufung Seines Volkes Israel an, auf sie. In 5.Mose 32 sagt Gott: Denn dieses Volk, die Nachkommen von Jakob, sind Eigentum des HERRN. Er selbst hat sie dazu erwählt. Er schloss sie fest in seine Arme, bewahrte sie wie seinen Augapfel.

Das hört sich nach dem „Rundum-Sorglos-Paket“ an, wie es viele Servicepartner uns heute anbieten. Obwohl Gott sein Volk beschützt wie seinen Augapfel, gab es jede Menge Herausforderungen, Gefahren und Schwierigkeiten, mit dem es konfrontiert wurde. Genau, wie auch dein Auge gefordert ist.

Es gab verseuchte Wasserstellen, Hitze und kriegerische Auseinandersetzungen die bewältigt werden mussten. Manchmal war sein Volk echt mürbe. Mürbe von der Wanderschaft, dem Umherziehen und den damit verbundenen Risiken für Familien, Besitz und Erholung.

Auch wenn du Gott vertraust, packt ER nicht in das „Rundum-Sorglos-Paket“. Du hast auch deine Kämpfe, Krisen und Katastrophen zu durchstehen. Neben dem zugesagten und verbrieften: „Ich will dich behüten wie meinen Augapfel“, bist du auch selbst gefordert. Mein Sohn, bewahre meine Worte, und an meinen Geboten halte unter allen Umständen fest. Bewahre meine Gebote, damit du lebst, und meine Weisung wie deinen Augapfel!  Sprüche 2, 1.2

Gerade dann, wenn du im „Ausnahmemodus“ der Corona-Krise bist, auf die gute und bewährte Stimme Gottes zu hören. Gottes Weisung zu folgen und Seine Kraft und Durchhilfe zu erleben.

Während der Wüstenwanderung war Gott in der Feuer- und Wolkensäule bei Tag und Nacht für sein Volk präsent. Das hinderte sie nicht daran, ein „goldenes Kalb“ zu gießen und es anzubeten. Eben nicht in denselben Fehler zu verfallen wie Sein Volk. Jesus verspricht uns: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende dieser Weltzeit!“ Aus dieser Zusage dann nicht abzuleiten: „Ja, dann kann ich ja machen, was ich will! Mir kann ja mit Jesus im Gepäck nichts passieren!“

Vielmehr soll das zur umgekehrten Reaktion führen:

Ich will mir von Jesus und Seinem Wort etwas sagen lassen.

Ich will mir Zeit nehmen, um die „Einfallstore“ zu schließen, wie das Augenlid.

Ich will mich „befeuchten“ lassen vom Heiligem Geist durch Anbetung und Lob.

Ich will mich „nähren“ lassen von Gottes Zusagen und Seinem Ziel mit mir.

Weil Gott mich behütet wie seinen Augapfel, will ich mir das „Vollpflegeset“ Seiner Liebe heute an mir wirksam werden lassen.

In diesem Sinne,

einen gepflegten Abend


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