Abendandacht Nr. 36


Guten Abend,

neulich las ich eine Geschichte, die mich sehr nachdenklich machte:

Eines schönes Morgens kommt der Bauer Ethmo etwas verschlafen und müde in den Stall. Ein Tag wie jeder andere, so scheint es auf den ersten Blick.

Seine kleine Gans sitzt wie jeden Morgen freundlich und erwartungsvoll in ihrem Nest. Als sie aufsteht, traut Ethmo seinen Augen nicht, ein goldenes Ei.

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Er bringt das Ei zum Juwelier und der bestätigt ihm, es ist aus reinstem und feinstem Gold. Glücklich geht Ethmo heim und verbirgt seinen großen Schatz.

Am nächsten Morgen geht Ethmo schon früh in den Stall und tatsächlich: Es liegt wieder ein Ei im Nest der Gans. Auch dieses Ei bringt er zum Juwelier, wieder mit dem gleichen Resultat. Und wieder versteckt Ethmo es.

In der dritten Nacht kann Ethmo kaum schlafen. Er kann es kaum erwarten, dass es Tag wird und er zur Gans kann. In der Nacht überlegt er: „Warum muss ich warten? Warum nur ein Ei pro Tag? Bestimmt hat die Gans tausende von goldenen Eiern in sich." Die Gier wird immer größer.

Am Morgen geht er in den Stall und schlitzt seiner Gans den Bauch auf, weil er alle goldenen Eier auf einmal haben will. Waren welche in der Gans? – Nein.

Wenn wir ein goldenes Ei wollen, müssen wir die Gans pflegen. Wenn wir nur die Eier wollen, verlieren wir alles.

Darum hat Jesus dich in eine gegenseitige liebevolle Mitverantwortung zu deinen Mitmenschen gestellt. Es geht nicht nur um das Haschen nach goldenen Eiern. Also nicht nur an deine Vorteile, in Beziehungen zu denken. „Den Gänsen“ muss es gut gehen und dann kommen die goldenen Eier von ganz alleine. Dein Gegenüber wird dir auch mit Wertschätzung, Freundlichkeit und Respekt begegnen, wenn du für ein positives Miteinander sorgst.

Jesus möchte aus uns Menschen machen, die in heilen Beziehung leben und bei denen heilsames Miteinander erfahrbar wird. Ihr seid das Salz der Erde.

Salz wurde in frührer Zeit in Wunden gestreut. Das war keine Racheaktion, sondern echte Hilfe. So wurde eine Verletzung gereinigt und desinfiziert.

Gerade heute erleben wir, die brüchig menschliche Beziehungen geworden sind. Wie vergiftet das Miteinander in Familien und Verwandtschaft sein kann.

In Zeiten, in denen auch von außen mehr Belastungen und Unsicherheiten auf einen eindringen, treten die Risse und Zerwürfnisse deutlicher und schneller hervor. Wenn durch Kurzarbeit Finanzen knapper werden oder Krankheit auftritt.

In den kleinen und großen Familiendramen, die sich um dich herum abspielen oder von denen du in der Zeitung oder im Radio hörst, spürst du etwas von den ungelösten Konflikten im Miteinander.

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Joh.13,34.35

Durch die Beziehung mit Jesus bin ich beschenkt.
Ich bin geliebt, wertgeachtet ohne Verdienst, vorbehaltlos.
ER ist die Quelle, der Motor der Liebe.

Wende dich an Jesus, er will dir Kraft, Geduld und Weisheit, für die schwierigen Menschen um dich herum, geben.

Vielleicht nicht von einer Sekunde auf die andere, aber in einem Gesundungs- und Verständnisprozess – versuch es.


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