Abendandacht Nr. 4


Guten Abend,

eines der kunstfertigsten Wunderwerke in der Natur sind für mich Spinnennetze. Mit welcher Sorgfalt, Mühe und Zartheit diese „Fallen“ gebaut wurden – zum Glück bin ich keine Mücke.

Die verschiedenen Netzsegmente halten das Netz als Ganzes zusammen. Einzelne Fäden scheinen auf den ersten Blick unnötig: die Fäden nach oben. Darin hat sich noch nie ein Insekt verfangen. Wenn nun die Spinnen aus ökonomischen Gründen beschließen würde, diese Fäden zu kappen, dann, ja dann, würde dieses Kunstwerk in sich zusammenfallen.

Viele Menschen haben beschlossen: „Ich brauche keinen Draht zum Himmel/zu Gott! Ich weiß selbst, was gut und richtig ist und lasse mir von niemandem reinreden!“

Wir können als Menschen so leben. In Krisenzeiten, wie wir sie jetzt durchleben, bekommen diese Fragen wieder ein ganz neues Gewicht und eine große Brisanz. Was hält mich? Wozu lebe ich? Was kommt nach dem Tod? Im Buch Prediger steht: Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; also die Sehnsucht nach dem, was ewig bleibt, nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Ich bin so unendlich dankbar, dass Gott selbst Mensch geworden ist in Jesus Christus. ER hat uns auf die großen Fragen nicht nur Antworten gegeben: ER ist die Antwort! Wir sind durch ihn geschaffen – IHN zu loben und vertrauensvoll mit IHM unser Leben zu gestalten. ER ist auch der, auf den wir hin geschaffen sind, also ewig bei IHM zu leben. In Beziehung mit Jesus zu leben, ist der Grund unseres Seins. Das ist die tiefe Bestimmung unseres Lebens – IHN zu lieben. Jesus ist uns mit seiner Liebe entgegengekommen. ER ist der Haltefaden und Ankerpunkt.

In der Passionszeit haben wir Gelegenheit, das wieder neu zu bedenken, dass ER aus Liebe zu Dir und mir alles Trennende (Schuld und Versagen) beseitigt hat durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz auf Golgatha.


Euer

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