Abendandacht Nr. 41


Guten Abend,

heute ist schon die 41. Abendandacht, die ich schreibe. Ganz ehrlich dachte ich nicht, dass so viele nötig wären, um die gottesdienstfreie Zeit zu überbrücken. Momentan sieht es so aus, dass die ganz große Corona Katastrophe ausgeblieben ist. Die Zeichen stehen wieder auf „zurück zur Normalität“.

Was mich in dieser „besonderen“ Zeit unglaublich ermutigt und froh gemacht hat, war, dass viele Christen, aber auch Fragende, angefangen haben zu beten. Vielleicht war ja diese Krise auch dazu gut, mal zu erkennen, wie wenig wir in der eigenen Hand haben. Ich fand dazu ein echt gutes Zitat von J. Abrell: „Das Gebet ist die geheimnisvolle Verbindung von der Ohnmacht des Menschen zur Allmacht Gottes!“

Ähnliche Erfahrungen hat das Volk Israel gemacht.

Gerade hatte sie die grandiose Befreiung aus Ägypten erlebt,
den spektakulären Durchzug durch das Rote Meer gefeiert und
die göttliche Versorgung durch Wachteln, Manna und Wasser genossen,
dann begannen die Probleme.

Die Amalekiter, eigentlich Verwandtschaft, fordern sie zum Kampf heraus. Eine neue Erfahrung für das Volk Israel. Seither war es Gott, der für sie gekämpft hatte. Nun sind die unerfahrenen und schlecht ausgerüsteten Männer gefragt.

Während Josua und ein handverlesenes Heer sich dem Kampf stellt, ist Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des gegenüberliegenden Berges gegangen, um zu beten.

Während Mose mit erhobenen Armen und mit dem Stab in seiner Hand betete, siegten die Israeliten. Wenn er die Arme sinken ließ, siegten die Amalekiter.

Irgendwann war Mose fertig. Er hatte keine Kraft mehr, seine Hände zu erheben. Kennst du das?

  • Wenn sie über längere Zeit im Gebet nichts tut, dann lass ich es einfach sein.
  • Wenn sich alles anders entwickelt, wie ich gehofft habe, dann mach ich Schluss mit meinem Vertrauen auf Gottes Hilfe.
  • Wenn doch alles irgendwie läuft, zu was soll ich noch die Hände falten?

Ich kenne solche Zeiten auch in meinem Leben. Da ist echte Krise. Da ist der Notstand, geistlicher Art, ausgebrochen.

Mose kannte auch solche Zeiten. Es gab aber auch Aaron und Hur. Die griffen Mose im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Arme“. Sie stützen ihn.

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Ich will die Augen, das Telefon, Email, Intagramm … offenhalten, wo Menschen diese Unterstützung für ihre Situation brauchen. Nicht nur im Gebet, auch ganz praktisch.

Im Gebet liegt die Kraft. Auch wenn ich Gott nicht „beherrschen“ oder „zwingen“ kann, dies oder jenes zu tun, so liegt doch Gottes Versprechen auf der Erhörung all unserer Gebete.

Das will ich aus der Corona-Krise mitnehmen, das will ich lernen.

  • Ich darf mein Herz ausschütten vor Gott.
  • Denn beten ist das Reden mit meinem himmlischen Vater.
  • Es ist hören auf Seine Zusagen und Versprechen.
  • Es ist erleben seiner Kraft und Seiner Möglichkeiten.

„Wahres, echtes Gebet ist nichts anderes als Liebe!“ Augustin


Einen erwartungsfrohen Abend,


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