Abendandacht Nr. 50


Guten Abend,

als ich vorgestern wieder in der Corona-Ambulanz Dienst hatte, kamen wir in der Pause auf die Veränderungen zu sprechen, die wir in unserer Umgebung wahrnehmen. Eine Kollegin sagte, dass viele Menschen sich nun neu ihrer Endlichkeit bewusstwerden.

Daraufhin erzählte eine andere Krankenschwester, dass ihr Bekannter ihr nun eröffnet habe, dass er sich nach seinem Tod verbrennen und seine Asche bei der Schweizer Spezialfirma Algordanza zu einem Diamanten pressen lasse. Dieser Diamant würde in einen Goldring gefasst und dem ältesten Sohn zugesandt werden. So wäre er auch über seinen Tod hinaus noch in der Familie präsent.

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Nun kann man ja über dieses Vorgehen denken, wie man will. Ich fand den dahinterliegenden Gedanken sehr verständlich. Man will über seinen Tod hinaus noch in Erinnerung bleiben. Mit dem Tod soll doch noch nicht alles vorbei sein – 1,80 m tief und Sendeschluss. Im Buch Prediger steht: Alles hat er vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk nicht erfasst, das Gott getan hat, vom Anfang bis zum Ende.

Der Wunsch nach einem erfüllten Leben und seligem Sterben ist groß. Leider endet dann bei vielen damit die Perspektive. Da wird es für die meisten nebulös. Aussagen wie: „Da muss ich halt abwarten!“ oder „Es ist noch keiner zurückgekommen, der mir Antwort gegeben hätte“, stehen dann im Raum. Doch, einer ist zurückgekommen, genauer gesagt, von den Toten auferstanden.

Jesus hat Klarheit in das Vorstellungslabyrinth gebracht. Klar, eindeutig und unverhohlen proklamiert er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit."

Ich bin, während des ganzen Erzählens, wieder einmal innerlich so unglaublich froh geworden. Ich habe dann einfach von meiner Hoffnung berichtet, die mir Jesus schenkt.

Ich bin heute schon im ewigen Gedächtnis Gottes – im Buch des Lebens - notiert. Ich gehöre schon jetzt zu Gottes geliebten Kindern. Ich bin jetzt schon „sein Juwel“. Der Tod ist das Eingangstor zur vollkommenen Erfüllung aller von Gott gegebenen Zusagen. Alle Vorläufigkeit ist dann vorbei. Alle Unzulänglichkeit, Schwachheit und alle Mängel liegen dann für immer hinter mir.

Eine tiefe Geborgenheit ist die Folge.

Ich weiß, wem ich gehöre.

Ich weiß, wer mich führt.

Ich weiß, wer mir meinen Wert / meine Identität schenkt.

Ich weiß um das Ziel meines Lebens.

Und ich bin getrost in dem, was nach dem Tod auf mich wartet.

Gibt es etwas Schöneres? Kann irgendjemand oder irgendetwas das übertreffen?


Einen frohen und erfüllten Abend,  



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