Abendandacht Nr. 51


Guten Abend,

als ich vorher die Geschichte von Hanna las, die viele Jahre kinderlos war, bevor sie Samuel gebar, wurde ich an meine „Versprechenskultur“ gegenüber Gott und Menschen erinnert.

Gerade in schwierigen Zeiten bin ich schnell dabei, Gott und Personen alles Mögliche zuzusichern. Wenn es mir dann besser geht, waren die Versprechen meist – nur Versprecher.

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So ging es auch jenem schwäbischen Bauern, der in einer eiskalten Winternacht von einem reichen Frankfurter Kaufmann gebeten wurde, ihn über den zugefrorenen Bodensee von Meersburg nach Konstanz zu bringen. „Ich gebe dir diesen Beutel Goldtaler, wenn ich trockenen Fußes Konstanz erreiche!“, hatte der Geschäftsmann versprochen. Da das Eis dick und der Bauer ortskundig war, nahm er das Angebot an. Vier lange Kilometer mussten gegangen werden.

Als das Knacken des Eises nach einem Kilometer aufhörte, sagte der Kaufmann: „Bauer, ich meinte vorhin natürlich nicht den ganzen Beutel Goldtaler, sondern nur die Hälfte!“ So gingen die beiden Männer weiter. Als sie den zweiten Kilometer hinter sich hatten, fügte der Reiche hinzu: „Und Bauer, ich meinte eben auch nicht Goldtaler, sondern Silbertaler!“

Als sie den dritten Kilometer hinter sich hatten, und in der Ferne schon die Lichter von Konstanz erkennen konnten, sagte der Handelsreisende: „Bauer, ich geb dir 10 Silbertaler, wenn wir in Konstanz sind!“ Als sie bei Mitternacht endlich die Stadt erreichten, waren es noch 5 Silbertaler mit denen der Frankfurter seinen schwäbischen Helfer entließ.

Ja, so kann `s gehen. Von großen Zusagen bleibt am Ende nur „heiße Luft“.

„Herr, wenn ich wieder gesundwerde, dann verspreche ich…!“

„Jesus, wenn du mir diese Arbeitsstelle gibst, dann mache ich…!“

„Gott, wenn dieses Mädchen meine Frau wird, dann gelobe ich …!“

Auch ich selbst bin da gefährdet. Wenn mir das Wasser bis zum Hals steht, verspreche ich Gott und meinen Mitmenschen das Blaue vom Himmel.

Dass ich jeden Tag die Bibel lese und bete …

Dass ich diese oder jene Arbeit in der Gemeinde übernehme ...

Dass ich jeden Monat den Zehnten meiner Einkünfte spende …

Dass ich Beziehungen wiederaufnehme und vergebe…

Wie viele Gelübde wurden so nicht im Laufe des Lebens gegeben.

Das hat mich bei Hanna tief beeindruckt. Sie hat Wort gehalten. Sie hat Samuel nach Rama gebracht, wo Gott ihn vielfältig gebrauchen konnte.

Ich lebe davon, dass Gott Wort gehalten hat; vielmehr Wort geworden ist. SEINE Versprechen waren niemals Versprecher.

Weder beim schon im Paradies verheißenen Erlöser (1.Mose 3,15) als durch die ganze Geschichte Seines Volkes und Seiner Menschheit.

Was ER zusagt, dass hält ER gewiss. Das gilt sowohl für mein ganz persönliches Leben, aber auch für die ganze Menschheitsgeschichte.

Gerade weil ER treu ist, darf ich von IHM Treue und Verlässlichkeit lernen.

Wo bist auch du herausgefordert, Wort zu halten oder es einzulösen?


Einen resümeereichen Abend,  


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