Abendandacht Nr. 56


Guten Abend,

neulich kam ich mit einem jüngeren Arzt in der Corona – Ambulanz ins Gespräch. Wir kamen auf die Frage, wer eigentlich über das Leben bestimmen bzw. wer die Eckpunkte für das Leben festsetzen darf. Ich war überrascht. Er sagte, dass die Politik und der Ethikrat des Bundestags nicht letztlich kompetent wären. Es gäbe ja noch eine höhere Instanz. Dieser Instanz müsste sich die Politik und die Gesellschaft beugen. Ich spitzte das Gesagte nochmals etwas zu. „Da Gott uns das Leben gegeben hat“, argumentierte ich, „ist ER auch der Einzige, der das letztgültige Wort über das, was ethisch gültig ist, sprechen darf!“ Egal, was medizinisch oder wirtschaftlich möglich oder erstrebenswert ist.

In diesen großen Zusammenhängen ist das nicht unumstritten. Da geben viele ihre Bedenken und Ansichten preis. Noch schwieriger wird es, wenn ich das auf eine sehr persönliche Ebene – auf mein eigenes Leben herunterbreche.

WER hat wirklich das Sagen in meinem Leben? Richte ich mich nach Gottes Willen oder nach dem, was mir in den Kram passt? Ich bin ungemein froh, dass die Bibel ein so durch und durch ehrliches Buch ist. Eben kein Heldenepos von geistlichen Supermännern, die immer das richtige taten, sagten und dachten. Es waren vielmehr „Geduldszipfel“, die Gott auf die ein oder andere Art herausgefordert haben. Eben Menschen wie du und ich.

Wenn die Corona-Krise nicht gekommen wäre, hätte ich, genau heute vor zwei Monaten in Jaffo bzw. Tel Aviv, gestanden.

In Jaffo lebte Jona. Er war ein Berufener Gottes. Durch ihn wollte Gott die Assyrer, vielmehr ihre Hauptstadt Ninive, zur Räson, zur Umkehr rufen. Darauf hatte Jona keine Lust. „Sollen sie doch die gerechte Strafe für ihr gottloses Handeln ernten“, dachte er sich. Kurz entschlossen checkte er nach Tarsis sein. Tarsis, das war damals so etwas, wie heute die innere Mongolei oder die Urwälder Guineas – eben der hinterste Winkel der bekannten Zivilisation.

Bild "Abendandachten:Jona.jpg"

Ich kenne das auch, dass meine und Gottes Vorstellungen diametral entgegen gesetzt verlaufen. Mein Wille – meine Wünsche – meine Sehnsüchte – „ich werde mir das doch wohl auch mal gönnen dürfen“ – Einstellung.

Schön verpackt, aber trotzdem ganz ehrlich – meine „gottlosen Wege“.

Die Phasen und Entscheidungen, die ich Gott vorenthalte.

Die Ziele, die ich mir ganz autonom von Gott, gesetzt habe.

Jona war ganz genau so unterwegs. Aber, und das finde ich erstaunlich; Gott lässt ihn nicht einfach so in sein Verderben rennen. In seiner abgrundtiefen Liebe begegnet ER ihm im Sturm, in das das Fluchtschiff gekommen war.

Gott lässt sich nicht so einfach abhängen. Als Jona schließlich langsam im Meer untergeht und menschlich gesprochen „seine letzte Stunde geschlagen hat“, schickt ER einen großen Fisch um Jona zu retten.

Auch dich und mich lässt Gott nicht einfach in die Irre gehen.

Durch Jesus ermöglicht Gott ewige Rettung. Du kannst und darfst umkehren.

Alle Schuld, alle falschen Entscheidungen, alle egoistischen Wege und alle verletzenden Worte will ER dir vergeben.

Jesus will dich neu in die Spur Gottes setzen.

ER will dein Leben segnen.

ER will dich gebrauchen als Salz der Erde und als Licht der Welt.

Nimm doch diese Einladung Gottes an, damit dein Leben wirklich gute Früchte bringt und eines Tages im Vaterhaus Gottes endet.

Einen erleuchteten und ruhigen Abend,  


Bild "Abendandachten:lrappus.JPG"