Abendandacht Nr. 58


Guten Abend,

vielleicht geht es dir gerade ähnlich wie mir. Wenn ich an all die Investitionen, Kaufanreize und Steuervergünstigungen denke, frage ich mich: „Wie soll das gehen? Wer soll das bezahlen?“

Ich spüre in mir eine große Verunsicherung, wenn ich darüber nachdenke, wann die Maskenpflicht und der Mindestabstand wieder abgeschafft werden. Ich stelle mir die Frage, was passiert, wenn die Infektionszahlen wieder zunehmen, ob ein weiterer Lockdown kommt, ob die Grundrechte wieder so leicht außer Kraft gesetzt werden wie dieses Mal usw.

Die Zeit stellt große – übergroße - Fragen, die momentan noch niemand mit letzter Gewissheit beantworten kann. Ich sehe mich in dieser Lage, aber in guter Gesellschaft.

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Mose war mit Gottes Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft freigekommen. Über 400 Jahre Knechtschaft waren vorüber.

Der Auszug verläuft hektisch.

Die Route, die Gott Mose vorgibt, scheint chaotisch.

Das „GO“ das Gott gibt, wirkt improvisiert und wenig durchdacht.

Alles andere als vertrauenswürdig und logisch.

Da trösten auch nicht die Feuer- und Wolkensäule, die dem jüdischen Volk als Vor- und Nachhut dienen. Als dann noch ägyptische Eliteeinheiten die Verfolgung aufnehmen, ist die Hoffnung bei den meisten Israeliten im Keller. Anklagen und Fragen werden laut:

„Wie konntest du nur…?“

„Wäre es nicht besser gewesen, dass …?"

„Wie soll es jetzt weitergehen?“

Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.

Und dann öffnet Gott selbst die Tür zur Zukunft. Ohne einen Schwertstreich, ohne eine Engelbrücke über Schilfmeer und ohne einen Sandsturm, der das feindliche Heer zugeweht hätte.

Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, dass die Israeliten hineingehen, mitten durch das Meer auf dem Trockenen.

Der Weg, den Gott führt, geht durchs Meer, durch die Hindernisse, durch die Sorgen und die Zweifel, die mich quälen. Durch das Meer bahnt Gott den Weg in die Zukunft, den Weg in die Freiheit, den Weg zu seinem verheißenen Land.

Das Wasser teilte sich, und die Israeliten konnten trockenen Fußes mitten durchs Meer ziehen. Links und rechts von ihnen türmten sich die Wassermassen wie Mauern auf

Es ist viel Vertrauen gefragt, den vorbereiteten Weg Gottes zu gehen.

Wer hat denn schon mal vor einer riesigen Wasserwand gestanden?

Wer ist schon mal trockenen Fußes durch ein Meer marschiert?

Diese Geschichte macht mir Mut. Gottes Wege sind manchmal unverständlich. Manches Mal bringen mich SEINE Art, Probleme zu lösen oder Hindernisse zu überwinden, echt an meine (Glaubens) Grenzen.

Aber Gott mutet mir nur so viel zu, wie ich leisten kann. ER bahnt den Weg.

ER ist an meiner Seite. ER kommt nie zu spät. ER lässt mich niemals im Stich.

Von diesem Tag, von Gottes Eingreifen, haben die Beteiligten ihren Kindern und Enkeln noch erzählt. Alle nachfolgenden Generationen haben davon gehört und daran gelernt – Mut ist Angst, die gebetet hat.


Einen frohen und gesegneten Abend,

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