Abendandacht Nr. 59


Guten Abend,

ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und erzählt:

Mein Sohn, in unseren Herzen tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Seine Waffen sind Angst, Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.

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Der andere Wolf ist gut. Seine Waffen sind die guten Dinge, wie z. B. Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit. Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der alte Indianer schweigt eine Weile. Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“

Mich hat diese Geschichte immer wieder, wenn ich sie hörte nachdenklich gemacht. Auf was schaue ich? Was gebe ich in meinem Herzen Raum?

Was bestimmt meine Gedanken, Gefühle, Reden und folglich mein Handeln? Die Zerreißproben des Alltags spiegeln es sehr deutlich wieder:

  • Wenn mir ein unkonzentrierter Autofahrer die Vorfahrt nimmt,

  • Wenn mich mein überforderter Chef zu Unrecht anschnauzt,

  • Wenn mein neidischer Nachbar sich über mein fröhliches Gartenfest ärgert,

  • Wenn Mitchristen meinen Frömmigkeitsstil hinterfragen.

Sicherlich kennst du auch solche Herausforderungen, die einen auf die Probe stellen. Es wird herauskommen, was drinnen ist.

Nicht umsonst spricht Jesus immer wieder davon, dass du in IHM bleiben sollst, d.h. dass ER die Quelle meines Lebens sein soll. In der intensiven, offenen und veränderungsbereiten Beziehung zu IHM zu stehen, verändert mein Leben.

Ich bin ein großer Freund und Befürworter der täglichen Andacht. Nicht nur, dass ich morgens mal kurz die Losungen lese und dann in den Tag starte, sondern dass ich mit Jesus meinen Tag teile. Mir immer wieder seiner Gegenwart bewusst zu werden – zur vollen Stunde kommt ein kurzer Bibelvers, in der Mittagspause höre ich den Impuls auf meiner ERF – App, beim Autofahren fülle ich mein Herz mit ermutigender Lobpreismusik usw.

Gerade weil der zweite Wolf eben auch Realität ist, möchte ich von Christus geprägt, als Licht in der Dunkelheit scheinen. Meine Leuchtkraft als Christ hat entscheidend damit zu tun, wer mein Denken, Fühlen und Handeln bestimmt.

Es ist der eigentlich entscheidende Teil deiner Jesusnachfolge, dass du mit Jesus verbunden leben lernst. Da du einen anderen Lebensalltag hast als ich, gibt es kein „Schema F“, wir das gelingen kann. Ich glaube, dass der Wille, den „guten Wolf“ zu füttern, also ein bewusst-authentischer Zeuge Jesu zu sein, ein wichtiger Meilenstein deiner Nachfolge ist.

Wen fütterst du heute Abend noch?


Einen besinnlichen Abend,


Euer

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