Abendandacht Nr. 60


Guten Abend,

stell dir für einen Moment vor, du wärst im Jahr 1900 geboren. Wenn du 14 Jahre alt bist, beginnt der 1. Weltkrieg. Er endet nach 4 Jahren, wenn du 18 bist. Mit 22 Millionen Toten weltweit.

Kurz darauf beginnt die „Spanischen Grippe“ zu wüten, die weltweit 50 Millionen Todesopfer fordert. Wenn du 29 Jahre wirst, beginnt die Weltwirtschaftskrise. Sie startet mit dem Börsencrash in New York. Die Folgen sind eine nie gekannte Inflation und Massenarbeitslosigkeit.

Wenn du 33 Jahre alt bist, gelangen die Nazis an die Macht. Wenn du 39 bist, beginnen sie den 2. Weltkrieg. Der kostet 60 Millionen Menschen das Leben und dauert 6 Jahre lang. Im Holocaust werden 7 Millionen Unerwünschte – „nicht Lebenswerte“ ermordet. Die Welt gleicht einem Trümmerfeld.

Du bist 45. In Japan fällt die 1., und kurz drauf die 2. Atombombe. In Sekunden sterben 100.000 Menschen. Wie viele durch die Strahlung getötet werden, kann nur geschätzt werden.

Wenn du 52 Jahre alt bist, beginnt der Koreakrieg. Die Welt steht am Abgrund eines Nuklearkrieges. Wenn du 64 bist, beginnt der Vietnamkrieg Er endet erst nach 11 langen Jahren, als du deinen 75. Geburtstag feierst.

Erst im Jahr 1990, du bist mittlerweile 90 Jahre alt, enden die großen Konflikte in der westlichen Welt.

Ein Kind in diesem Jahr dachte, dass Oma und Opa keine Ahnung haben, wie schwer es Kinder haben. Doch genau diese Großeltern haben mehrere Kriege, eine Pandemie und Wirtschaftskrisen überlebt.

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Heute lebst du in einer modernen Welt mit unzähligen Bequemlichkeiten. Und nun zieht eine neue Pandemie, Covid19 - die Aufmerksamkeit auf sich.

Die Menschen beklagen sich, dass sie für ein paar Wochen nicht rausgehen sollen; dass sie für diese Zeit ihre Kontakte einschränken sollen;

dass sie beim Einkauf eine Maske tragen müssen;

dass sie nicht in den Urlaub fliegen dürfen;

dass sie nun aus Rücksicht Abstand halten sollen?

Sie haben genug zu essen, warmes Wasser, Strom, Handys und ein Dach über dem Kopf. Geschäfte und Unternehmen erhalten Hilfen vom Staat.

Beschäftigte bekommen Kurzarbeitergeld oder sonstige Unterstützungen.

All diesen Komfort gab es bei deiner Zeitreise von 1900 an nicht. Trotzdem haben Menschen all das überlebt. Sie haben ihren Lebensmut nicht verloren.

Sie sind aufgestanden, haben angepackt und im Vertrauen auf Gott wieder alles aufgebaut. Sie demonstrierten nicht wegen ein paar Beschränkungen.

Sie plünderten keine Geschäfte, verletzten keine Polizisten oder Rettungskräfte.

Und wenn du mal für einen kurzen Moment innehältst und die Perspektive wechselst, solltest du bemerken, wie gut sich alles für dich und uns entwickelt hat, und wie beruhigt du trotz Allem in die Zukunft schauen kannst.

Vielleicht ist heute Abend mal wieder ein tiefes und ehrliches „Danke an Gott“ dran. Es ist ein unverdientes Geschenk, dass du und ich, trotz mancher Kümmernis, erleben dürfen. Mein Tipp: Lies dir heute Abend mal den Psalm 103 durch.


Mit herzlichen Grüßen,




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