Abendandacht Nr. 69


Guten Abend,

der Buß- und Bettag liegt bereits hinter uns (18.11.). Als ich am Mittwoch bei den Pfadfindern fragte, was Buße sei, bekam ich keine Antwort. Es scheint so, als sei nicht nur das Wort, sondern auch die innere Einstellung zur Buße, dem Bedauern über dem, was ich falsch gemacht habe, verlorengegangen. Echte Reue, traurig und bewegt von seiner Schuld zu sein, scheint nicht mehr in die Zeit zu passen, ja antiquiert und weltfremd zu sein.

In der Schnelllebigkeit unserer Tage ist keine Zeit zur Besinnung. Keine Zeit, um innezuhalten und über sein Leben, sein Reden und Handeln einmal wirklich zu reflektieren. Weiter, immer weiter treiben einen die Termine, Veranstaltungen und die Ablenkung. Da ist keine Oase der Ruhe, des achtsamen Zurückschauens und des aus-seinen-Fehlern-Lernen-Wollens.

Bei dem Vielen, was uns durch die Flut von Informationen, Eindrücken und Bildern belastet, wäre aber das eine wirkungsvolle, geistesgegenwärtige und zur Reife führende Veränderung in meinem Leben. Buße, Reflexion meines Handelns und dabei tiefgreifende Vergebung erfahren sind gottgegebene Reinigungskräfte für meine Seele, meinen Geist und meinen Körper.

Gerade durch die aufrichtige Buße, dem Eingeständnis meiner begangenen Sünde und Schuld beginnt ein Heilungsprozess, den jeder Mensch zutiefst sucht und den jeder auch nötig hat. Wenn ich immer nur weiter, immer weiter durch die Tage jage, nimmt meine Seele, mein Geist und irgendwann auch mein Körper unwiderruflich Schaden.

  • Das Gewissen quält mich – Schlafstörungen und Betäubung nehmen zu.
  • Die Sorgen belasten mich – wie geht es weiter? Wie kann es wieder gut werden? Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, das Kopfweh legt mich lahm.
  • Ein zunehmendes Gefühl des Ausgebranntseins nimmt mir die Luft zum Atmen.
  • Mit Heißhunger stopfe ich alles in mich hinein und schlucke es runter. Und doch spüre ich, ich werde nicht wirklich satt, das Problem wurde nur verschoben.

Buße ist wie Fensterputzen. Als die ersten Leuchttürme vor 1500 Jahren gebaut wurden, war es wichtig, dass täglich der Ruß entfernt wurde, damit die Scheiben das Licht ungehindert durchdringen lassen und so die größtmögliche Leuchtkraft erhalten bleibt.

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Wenn Jesus sagt, dass wir das Licht dieser Welt sind, indem ER als das Licht unseres Lebens leuchtet, dann ist „Fensterputzen“ - die Buße, das Eingeständnis meiner Schuld und eventuell eine Beichte - immer wieder angesagt.

  • Damit halte ich die Beziehung zu Gott authentisch,
  • das Miteinander zu meinem Nächsten ist geklärt und
  • ich bin mit mir im Reinen.

Willst du dir was Gutes tun? Nimm dir heute Abend mal eine Stunde Zeit, um zur Besinnung, zur Buße und Beichte zu kommen. Du wirst es dir danken und Jesus freut sich, wenn Heilsames durch Seinen Geist geschieht.

Jesus lädt dich persönlich ein: „Kommet her, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“. Was für ein großartiges Privileg und Geschenk.


Mit herzlichen Grüßen,


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