Abendandacht Nr. 72


Guten Abend,

nach all den schwierigen Tagen, die wir diese Woche erlebten, ist es wie eine frische Quelle, an die uns Gott führen möchte. Am 3. Adventssonntag geht es um den Trost, den Gott Seinem Volk Israel und uns, als Miterben dieser Zusagen schenken will. „Tröstet, tröstet mein Volk“, so gebietet er Jesaja, seinem Boten.

Bild "Abendandachten:haendel.jpg"Mich erinnerte das an den berühmten Komponisten Georg Friedrich Händel. Der geriet an einem bestimmten Punkt seines Lebens in eine Phase tiefer Entmutigung. Von einer schweren Krankheit war er zwar wieder genesen, aber nun kamen große finanzielle Sorgen. In dieser dunklen Stunde tiefer Verzweiflung bekam er einen Text von dem Dichter Charles Jennens mit dem Auftrag, dazu ein Oratorium zu komponieren. Nach einer schlaflosen und durchwachten Nacht griff er zu diesem neuen Auftrag und las den Titel: „The Messiah!“. Dann fuhr er beim ersten Wort des Textes auf: „Comfort ye“ – „Sei getrost“, so begann das Stück.

Wie eine Antwort von Gott empfand Händel dieses Wort für sein verzagtes Herz. Eine völlige innere und äußere Wende bahnte sich nun an. „Comfort ye“ – wie das klang, wie es innen die verschüchterte Seele aufrüttelte; schaffendes, erschaffendes Wort. Schon kaum gelesen, hörte Händel es als Musik. In kaum drei Wochen war das Werk vollendet, durch das sich in weiten Passagen Der Text aus Jesaja 40 hindurchzieht: „Tröstet, tröstet mein Volk“. Gott selbst tröstet!

Er tröstet auf ungemein freundliche und liebevolle Weise. Aber nun bin ich gespannt und frage noch: „Womit tröstet er denn?“  Gegen alle Verzweiflung und Niedergeschlagenheit malt Jesaja im Namen Gottes ein von Hoffnung erleuchtetes Bild. Da bleibt es nicht bei Worten allein. Gott selbst, kündigt DEN einen Hoffnungsträger an, der „seine Herde recht weiden wird, die Lämmer in seinem Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe gut führen wird!“

Gerade jetzt, wo ein zweiter Lockdown mit Ausgangsbeschränkung und einem Ausgangsverbot die Zeiten unsicherer machen. Mitten in alle menschliche, wirtschaftliche und soziale Furcht hinein spricht Jesaja: „Zion, erhebe deine Stimme mit Macht, erhebe sie und fürchte dich nicht! Siehe, da ist Gott, der Herr! Er kommt und wird herrschen."

In aller meiner Sorge und Not bin ich bei Jesus, meinem guten Hirten, sicher geborgen. ER bahnt einen Weg für mich! Bei IHM finde ich Trost, auch wenn die äußeren Gegebenheiten erst einmal schwierig bleiben. ER steht mir bei. Darauf will ich mich verlassen, gerade in dieser Adventszeit. Und du?


Mit herzlichen Grüßen,


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