Abendandacht Nr. 73


Guten Abend,

im Jahr 27 v.Chr. kam der römische Herrscher Octavian vor den Senat, um seine Befugnisse niederzulegen. Er hatte einen Bürgerkrieg gewonnen, war der alleinige Herrscher dieser Region geworden und handelte wie ein Kaiser. Doch er wusste, dass eine solche Macht misstrauisch betrachtet wurde. Also verzichtete Octavian auf seine Privilegien vor dem Senat und schwor, einfach nur ein ernannter Beamter zu sein. Die Reaktion des Senats? Der römische Senat ehrte den Herrscher, indem er ihn mit einer Bürgerkrone krönte und ihn zum Diener des römischen Volkes ernannte. Er erhielt auch den Namen Augustus – der „Große“.

Jetzt ist es kurz vor Weihnachten und wir denken über den „heruntergekommenen“ Gott nach, der die Herrlichkeit des Himmels verlassen hat, um Mensch zu werden. Der Apostel Paulus skizzierte das so treffend: „Er erniedrigte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, machte sich einem Sklaven gleich!“ Augustus schien das dasselbe zu tun, aber er tat es um seines eigenen Vorteils wegen. Jesus dagegen „erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb.“

Paul Gerhard dichtete: Bild "Abendandachten:PaulGerhard.jpg"

Heute geht aus seiner Kammer
Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,
Gottes Kind, das verbind’t sich mit unser’m Blute.


Jesus wurde zum Diener, um uns zu retten. ER kam, um uns auf Augenhöhe zu begegnen. ER stellte die zerbrochene Brücke wieder her, die die Rebellion Adams damals zerstört hatte. Indem ER als Heiland – ganz Gott und ganz Mensch - war, überspannt ER den Graben der Sünde, die zwischen Gott und Mensch herrschte.

Jesus möchte aber noch mehr für uns. ER will aufgenommen und nicht nur akzeptiert werden. SEIN Kommen verändert mein Leben. Denn Jesus ist das Licht der Welt – ER ist das Brot des Lebens, die Tür zum Vater und der Gute Hirte, der mich in Seine Herde, in Seine Nachfolge ruft und mich mit Seinen Geist beschenkt.


Eins aber, hoff ich, wirst du mir,
mein Heiland, nicht versagen:
daß ich dich möge für und für
in, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
komm, komm und lege bei mir ein
dich und all deine Freuden.



Mit herzlichen Grüßen,


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